Regatta Hamburg – Seasons End 2005

Am letzten Wochenende im August war es mal wieder so weit. Alles was Rang und Namen in der internationalen Folkejunior-Szene hat, traf sich dort, wo Segeln als Spitzensport mit einem über die Grenzen bekannten Namen etabliert ist – in Hamburg auf der Außenalster zur Seasons-End-Regatta. Wie immer eine Veranstaltung im High-End-Bereich und ein Muss für jeden halbwegs ambitionierten Regattasegler und solche, die auf dem Weg dorthin sind.

So konnte der HSC als veranstaltender Verein die erhebliche Anzahl von 19 Meldungen verzeichnen. Ein Ergebnis, welches das letzte Mal bei der DM 2003 in Svendborg erreicht werden konnte. Damit waren die Folkejunior wieder die am stärksten vertretende, der insgesamt vier gestarteten Bootsklassen. Ein Garant dafür, dass wir im nächsten Jahr sicher wieder eine Einladung zur Regatta nach Hamburg erhalten werden. Die Bedeutung der Veranstaltung lässt sich sicher auch daran ableiten, dass das Ausmaß der zur Verfügung gestellten Preise, Ehrenpreise, Wanderpreise und für jedes Boot Preise inzwischen die Anzahl der Preise der anderen Bootsklassen bei weitem übersteigt. Es ist jedes mal wieder beeindruckend.

Der Name der Regatta Seasons-End ist wie immer etwas irre führend, zumal sich auch das Wetter im Gegensatz zum übrigen Sommer von seiner besten Seite zeigte und somit mit bei nahezu Kaiserwetter und optimalen Windbedingungen zwischen 3 und 5 Windstärken mit Sicherheit nicht das Gefühl aufkam, dass es das für dieses Jahr mit dem Segeln schon gewesen sein könnte. Das war nicht unbedingt zu erwarten, denn am Freitag bei der Anfahrt nach Hamburg hätten wir unser Boot auch schon auf der Autobahn zu Wasser lassen können.

Wie auch in den letzten Jahren, sind fast alle auswärtigen Teilnehmer bereits am Freitag angereist. Selbst die Dänen sind dazu übergegangen bereits am Freitag im Hellen anzukommen und nicht mehr nachts um zwölf. Jeder der die Örtlichkeiten rund um die Gurlitt-Insel kennt, weiß warum. Es bedarf schon einiger Routine und Geduld sein Boot dort hinzubringen und ins Wasser zu lassen. Vom Sonntag, wenn dann auch die Jollenklassen dazu kommen und alle gleichzeitig raus wollen, soll hier gar nicht erst die Rede sein. Mann muss dabei gewesen sein, um zu wissen wie es ist.

Das gilt im Übrigen natürlich für die gesamte Veranstaltung. Und so ist es auch schön, wenn sich Folkejuniorsegler auch nach Hamburg aufmachen, um nur zu gucken. An dieser Stelle einen Dank an alle die da gewesenen und gleichzeitig der Aufruf auch an alle übrigen, im nächsten Jahr rege nach Hamburg zu kommen. Der Veranstalter hat es verdient.

Endlich zum Renngeschehen. An dieser Stelle folgt bei einem Regattabericht in der Regel eine Beschreibung der gelaufenen Rennen. Die werdet Ihr hier nicht finden. Das Geschehen kann ich mir nämlich nicht merken. Während der Regatta hatte ich genug damit zu tun, keinen der ca. 100 Optis zu versenken, die immer am gleichen Wochenende ebenfalls mit uns dort Regatta segeln. Aber im Anhang gibt es einen Ausdruck. Dort könnt ihr die Ergebnisse einsehen.

Wie bereits geäußert, war die teilnehmende Zahl von Booten beträchtlich. Für einige waren es wohl auch schon zu viele, denn alle 19 Boote haben es nicht bis zum ersten Start geschafft. Uwe Koglin hatte sich doch zu sehr auf sein Vorfahrtsrecht verlassen. Doch Recht haben und Recht bekommen sind bekanntlich zwei paar Schuhe. Zumindest musste Uwe feststellen, dass Hartwigs Steven doch mehr ab kann als sein Oberwand. Und jetzt fährt Uwe mit geteiltem Mast durch die Gegend. Das kenne ich noch vom Surfen. Da hatten wir auch geteilte Masten. Das hat vor allem Vorteile beim Transport. Uwe muss sich aber, glaube ich, noch ein bisschen an diesen positiven Gedanken gewöhnen.

Ja, und Peter Hadler hatte auch Pech. Ihm ist Sonntag jemand in der ersten Wettfahrt ins Ruder gefahren. Wenigstens brauchte Peter dadurch nicht so lange aufs Kranen warten wie der Rest. Freundlicherweise haben Peter und Sohn Kris dann auch noch bei den anderen Booten beim Kranen mit Hand angelegt, so dass es für uns eigentlich ganz positiv war, das mit dem Ruder.

Es ist halt nicht immer so ganz leicht in so einer Wettfahrt. Und manchmal ist dann eben doch nur Platz für eineinhalb Boote und nicht für zwei, wie zunächst vermutet. Aber Schwund ist überall und Hauptsache, man hat die Finger dann nicht dazwischen.

Ansonsten war es natürlich ruhig auf der Regattabahn. Für manchen wahrscheinlich zu ruhig, denn Kurt Schulze hatte die Großschot schön belegt und es sich sonst wohl auch recht bequem gemacht. Zumindest bis zu der einen Böe. Als Einhandsegler weiß man das dann aber schon zu schätzen, wenn man einen Schotten dabei hat, der dann das Boot wieder leer pützt. Ich kann mich an dieser Stelle aber auch nicht beklagen, denn mein Schotte hatte nach der Böe auch ganz gut damit zu tun, die 150 ltr. Wasser aus unserem Boot wieder raus zu bekommen. Zum Glück hatten wir dann einen Vorwindgang, da war das mit dem Pützen für meinen Schotten nicht so schwer. Es hat halt seinen Grund, warum das Boot klassengerecht mit drei Personen gesegelt wird (dann können zwei Pützen).

Ihr merkt schon, es geht ziemlich ernst zu bei der ganzen Angelegenheit. Und das ist auch gut so. In diesem Sinne an dieser Stelle einen herzlichen Dank an Irmgard, Rosemarie und Karl, die nicht nur der Garant für die Veranstaltung sind, sondern vor allem mit ihrem Charme der ganzen Veranstaltung erst die besondere Note geben. Auch sehr positiv war das Engagement des Teams um Horst Räderscheidt, die sich sehr intensiv um das Kranen und um die Trailer gekümmert haben, insbesondere, dass bei der Ankunft sofort jemand da war und uns eingewiesen hat, war sehr entspannend. Es ist also nicht nur der Pomp, sondern vor allem auch die vielen Kleinigkeiten, die solch eine Veranstaltung wertvoll machen.

Meine Unterkunft für das nächste Jahr ist jedenfalls schon gebucht. Wir sehen uns in Hamburg.

von Sven (J-405)


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Hamburg Summer Classic’s 2005 mit Folke Junioren

Wie in den vergangenen Jahren starteten auch 2005 einige Boote unserer Klasse bei den Hamburg Summer Classic’s, die am 06./07. August vom Hamburger Segelclub auf der Alster veranstaltet wurden.

Gemeldet hatten 6 Juniorboote, aber leider konnten nur 4 starten. In alphabetischer Reihenfolge waren dieses die nach einer Totalrestaurierung wieder aktive “Blindtext” von Rosemarie Mai aus Hamburg, auf der ich die Pinne führen durfte. Ferner hatte Holger Nickelmann seine “Tuula” von ihrem Heimatrevier Plöner See auf die Alster verholt. Das zweite Hamburger Boot, die “Windbeutel”, steuerte Thomas Dombrowski. Vervollständigt wurde das Feld durch die “Windspiel”, dem ältesten Boot unserer Flotte, am Baldeneysee beheimatet.. Seit Jahren nimmt es sehr erfolgreich unter der Führung von Heiko Schulze an dieser Veranstaltung teil.

Insgesamt gingen 51 Boote an den Start. Es war schon ein besonderes Erlebnis, zum einen die Vielfalt der hölzernen klassischen Jollen und kleinen Kielboote zu betrachten und sich zum anderen an ihrem zum großen Teil excellenten Zustand zu erfreuen – eine wahre bootsbauerische Augenweide. Durch entsprechende Tafeln vor den Liegeplätzen wurde zudem jedes Boot kurz beschrieben. Ein sehr netter und informativer Service.

Gewertet wurde nach dem Yardstick-System und gestartet wurde nach dem Kängeruh-Verfahren, d. h. das nach Yardstick langsamste Boot startet zuerst, ein gerade für unsere im Vergleich langsamen Boote günstiges Verfahren, segelt man doch so im ersten Teil der Regatta nicht in den Abwinden der schnelleren Schiffe.

Am Sonnabend wurden 2 Wettfahrten mit einer angemessenen Pause zur Stärkung der Besatzungen gesegelt. Herrschten in der ersten Regatta noch recht moderate Bedingungen, zeigte sich die Alster im zweiten Lauf mit starken Böen von ihrer anderen Seite, um uns dann am Sonntag bei der dritten Wettfahrt wieder zu schonen. Natürlich herrschten an beiden Tagen die alsterüblichen Bedingungen mit starken Drehern und örtlichen Böen, die, wie soll es auch anders ein, immer nur den anderen zum Vorteil gereichen.

Die Taktik für unsere Juniorboote bei einer derartigen Regatta möchte ich schlicht mit dem Wort Flucht umschreiben; Flucht vor der später gestarteten und heranstürmenden Meute von H-Jollen, Jollenkreuzern, Sharpies usw.. Irgendwann kommen sie bestimmt!

In der ersten Wettfahrt gelang der “Blindtext” diese Flucht ganz gut, musste sie doch nur einer O-Jolle und einem 20er Jollenkreuzer den Vortritt lassen. Die sonst so erfolgreiche “Windspiel” hatte schon an der ersten Tonne 3, auch Holzdamm genannt und unterhalb der Kennedy-Brücke liegend, Pech. Die Diskussionen über die Windverhältnisse an dieser Tonne würden, schriebe man sie nieder, sicher ganze Bücher füllen. Auf jeden Fall ist es immer wieder spannend, ob man unverhofft eine Bö von der richtigen Seite erwischt oder in einem Flautenloch liegen bleibt und mit ansehen muss, wie 20 Meter weiter die Konkurenz davonzieht.

In den beiden anderen Wettfahrten konnten sich die beiden genannten Juniorboote mit Plätzen um 13 nur teilweise den Verfolgern entziehen, wobei aber die “Windspiel” trotz einer um einen Punkt schlechteren Yardstickzahl (eine “Strafe für die Erfolge der letzten Jahre) immer knapp vor der “Blindtext” lag.

Durch den guten Platz in der ersten Wettfahrt gelang der “Blindtext” in der Gesamtwertung mit dem 9. Platz noch ein Rang unter den Preisträgern. Drittes Juniorboot wurde die “Windbeutel” vor der “Tuula”.

Eine persönliche Anmerkung sei mir an dieser Stelle gestattet: es ist schon beeindruckend, wenn man vor dem Feld segelt, ein immer lauter werdendes Rauschen vernimmt, nichts gegen die schnelleren Boote unternehmen kann, tatenlos zusehen muss, wie z. B. eine H-Jolle in flotter Fahrt vorbeizieht, und man nur hoffen kann, dass der Spuk mit dem Zieldurchgang ein baldiges Ende hat, damit nicht noch mehr Boote eine gute Platzierung verderben.

Es war das 13. Mal, dass diese Regatta veranstaltet wurde. Früher hieß sie mal Holzbootregatta. Über den Sinn oder Unsinn dieser Umbenennung ließe sich trefflich streiten. Tatsache ist: es war kein Summer, auch kein Classic am Start, sondern Holzboote drehten auf der Alster die vorgegebenen Runden.

Die Wettfahrtleitung lag in den bewährten Händen von Horst Reuter und Stefan Roth, die souverän die Serie abwickelten. Auch das Rahmenprogramm stimmte. Leider aber gab es einige Havarien, die gerade bei den älteren Holzbooten richtig weh tun. Unsere Juniorboote waren glücklicherweise davon nicht betroffen.

Von der Preisverteilung im überfüllten HSC-Clubhaus kann für unsere Klasse noch etwas ganz besonderes vermeldet werden. Den Restaurierungspreis des Deutschen Boots- und Schiffbauerverbandes gewann Rosemarie Mai für ihre “Blindtext”.

Zum Schluss durfte sich jedes teilnehmende Boot eine über Lose ermittelte “Wundertüte” mit wertvollen gesponserten Sachpreisen abholen. Wer einmal eine derartige Sammeltour gemacht, kann ermessen, welches Engagement die Organisatoren hier gezeigt haben. Ein herzliches Dankeschön nicht nur hierfür, sondern für die ganze Veranstaltung.

von Hartwig Sulkiewicz


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Folke Junior-Boote bei der Max Oertz-Regatta 2005

In diesem Jahr stand die Teilnahme bei der Max Oertz-Regatta vor Neustadt an der Lübecker Bucht erstmals auf dem Aktivitätenprogramm unserer Klasse. Ermöglicht hatte dieses Enno Thyen aus Lübeck, der aber sein restauriertes Juniorboot verkauft hatte und so nicht teilnehmen konnte. Er war auch maßgeblich daran beteiligt, dass wir mit GFK-Booten an dieser Klassiker-Regatta teilnehmen konnten.

Die Max Oertz-Regatta ist eine Veranstaltung des Freundeskreises Klassische Yachten zur Erinnerung an den berühmten deutschen Konstrukteur, der in Neustadt geboren wurde. Sie wurde in diesem Jahr zum 5. Mal ausgetragen.

Mit 6 teilnehmenden Booten kam ein für unsere kleine Klasse ansehnliches, aber sicher noch steigerungsfähiges Feld zusammen.

Ganz besonders erfreulich war die Teilnahme zweier dänischer Boote. Die Mannschaften um Arne Jensen mit der “Pus III” aus Frederikshavn (9 Stunden Autofahrt !) und Torben Pedersen mit der “Hvorfor det” aus Horsens hatten den weiten Weg nicht gescheut. Damit war auch die derzeitige absolute Spitze der Folke Junior-Segelei am Start.

Aus Deutschland starteten die “Seepferdchen” aus Lübeck mit Axel Dohse an der Pinne, die “Trunte Ry” vom Zwischenahner Meer, auf der die beiden jungen Töchter von Sven Krüger ihrem Vater den Weg zeigten, die “Tuula” vom Plöner See, auf der Holger Nickelmann das Kommando führte, und die “Maltorle” des Verfassers ebenfalls vom Zwischenahner Meer.

Die Anreise erfolgte am Donnerstag, dem 27. Mai. Von einem gewissen Uli wurden wir sehr herzlich willkommen geheißen. Er stellte uns auch auf seinem Grundstück für die Dauer der Veranstaltung in Hafennähe Parkplätze zur Verfügung. Die Mannschaften der anderen, weitaus größeren Boote schliefen an Bord.

Auch erlebten wir einen sehr flexiblen, sachkundigen und freundlichen Hafenmeister, der das Kranen der Boote zu einer wahrhaft “lockeren” Angelegenheit werden ließ.

Unsere Flotte im Hafen von Neustadt Da die Pier im Neustädter Handelshafen recht hoch ist, hatte man für uns extra Liegeplätze an einem Ponton vorgesehen.

Auch die Anmeldung erfolgte problemlos, und man freute sich, dass wir als “special guests” da waren.

Wir starteten als eigene Klasse, wobei den beiden Holzbooten eine Vergütung von 3 Punkten nach der bei Klassikern gebräuchlichen KLR-Wertung gegeben wurde. Auch hatte man für uns im Vergleich zu den anderen z. T. sehr viel größeren Teilnehmern angemessene, d. h. kürzere Bahnen vorgesehen.

Die Trunte Ry auslaufend vor der Silhouette von NeustadtNachdem “Trunte Ry” und “Maltorle” am Donnerstag noch mit einem kleinen Probeschlag auf der Lübecker Bucht das Revier erkundet hatten, wurde es am Freitag ernst. Zwei zusammengewertete Up and Down-Wettfahrten standen auf dem Programm, die bei leichten östlichen Winden und herrlichem Wetter absolviert wurden. Insgesamt starteten ca. 35 Yachten in verschiedenen Gruppen mit dem 12er “Trivia” an der Spitze.

Sehr schnell zeigten uns unsere beiden dänischen Freunde gerade bei dem recht flauen Wind in Verbindung mit einer recht kabbeligen See unsere Grenzen auf.

In der ersten Regatta führten sie eindeutig, doch ihr Zweikampf vor dem Wind mit dauerndem Halsen ließ uns aufkommen. An der Leetonne passierte es dann. In einem dichten Pulk kamen mehrere Yachten dort an. “Pus III” konnte noch knapp vor dem Pulk an die Kreuz gehen.”Hvorfor det” hatte plötzlich einen von einem Seekreuzer zu spät geborgenen Spinnaker im Masttop, und “Maltorle” war total eingekeilt. Nutznießer in dieser Situation war die “Trunte Ry”, die die Tonne frei runden konnte, dabei den sich nur langsam entwirrenden Pulk in Lee liegen lassend, und im Ziel als Zweite gezeitet wurde.

Die zweite Regatta zeigte im Prinzip das gleiche Bild – die beiden Dänen vorneweg und wir hinterher. Ganz knapp gewann “Hvorfor det” vor “Pus III” und “Maltorle”. Damit standen die 3 Preisträger fest: “Pus III” vor “Hvorfor det” und “Trunte Ry”.

Die Tuula bei flauem Wind auf der Lübecker Bucht

Am Sonnabend stand dann die eigentliche Max Oertz-Regatta mit einer sehr viel längeren Up and Down-Bahn auf dem Programm. Leichte südöstliche Winde und eine schwer zu segelnde Welle erwarteten uns. Insgesamt hatten sich etwa 70 klassische Yachten eingefunden, ein beeindruckendes Bild.

Und wieder machten die beiden dänischen Boote den Sieg unter sich aus. Immer weiter dem Feld in einem Zweikampf enteilend, ging die “Pus III” nach knapp 2 Stunden und 13 Minuten mit 25 Sekunden vor der “Hvorfor det” durchs Ziel. Etwa 14 (!) Minuten später folgte die “Maltorle”, womit auch die 3 Preisträger genannt sind.

Wir mussten erkennen, dass die Dänen bei diesen Wetterbedingungen einfach sehr viel besser waren, aber wir arbeiten dran.

Noch von See aus wurde der Hafenmeister angerufen, und in Windeseile standen die auswärtigen Boote wieder auf ihren Trailern.

Am Abend fand dann die Preisverteilung statt, und am Sonntag wurden die Heimreisen nach Norden und Süden angetreten.

Alle Beteiligten haben sich in Neustadt sehr wohl gefühlt. Es herrschte eine lockere, nahezu familiäre Atmoshäre. Auch unsere GFK-Boote wurden im Kreise der Klassiker-Enthusiasten akzeptiert. Für das leibliche Wohl war gesorgt, wobei die Hobby-Fischer von Deutschlands ältestem Fischereiverein mit ihren gebratenen Heringsfilets besonders herzuheben waren. Die 70 klassischen Yachten boten bei dem herrlichen Wetter ein beeindruckendes Bild im Hafen von Neustadt und zogen viele Sehleute an.

Auch im nächsten Jahr würde man unsere Klasse gerne wieder bei der Max Oertz-Regatta sehen, wie mir in einem abschließenden Gespräch mit den Organisatoren gesagt wurde. Man will dort an dem Konzept einer kleinen, aber feinen Veranstaltung festhalten, und unsere Folke Junioren passen dazu.

Nun ist es an uns, das engagierte Team 2006 nicht zu enttäuschen.

von Hartwig Sulkiewicz


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Seasons End 2004 – Ein Regattawochenende auf der Alster

Mit dem Folke Junior “Maltorle” in Hamburgs Zentrum

Für die meisten Segler ist die Alster ein vom Namen her wohlbekanntes, aber nie befahrenes Revier. Anders verhält es sich mit den Anhängern des Folke Juniors. Zum zweiten Mal fand in diesem Jahr am letzten Augustwochenende dort unsere Klassenregatta SEASONS END statt. Im Folgenden soll nun nicht nur in herkömmlicher Weise über eine Regatta berichtet werden, sondern es werden Eindrücke und Erlebnisse wiedergegeben, die dieses besondere Revier mit sich bringt.

Das Erlebnis Alster beginnt schon bei der Anreise. Von Süden anreisend, sollte man auf gar keinen Fall die Standardstrecke Richtung Zentrum über den Hauptbahnhof nehmen. Da man dann in der falschen Richtung kommt, kann man der Gurlittinsel mit dem veranstaltenden HSC nur resigniert zuwinken. Ein Wenden mit dem Trailer auf der Kupplung ist in Hamburgs Zentrum eine nicht zu empfehlende Aufgabe der ganz besonderen Art.

Also Stadtplan raus, und andere Taktik einschlagen. Der Beifahrer übernimmt sie wie der Mittelmann auf der Bahn. Es geht nun Richtung Alster Schwimmhalle über die Sechslingspforte. Dort am Ende angelangt, ein Kurswechsel nach Backbord und an der Steuerbordseite liegt die Alster in ihrer ganzen Schönheit neben einem.

Damit ist man zwar am Ziel, aber noch nicht angekommen. Die Überwindung einer kleinen, engen Brücke steht nun als nächste Aufgabe bevor. Als ich das erste Mal dort anreiste, wagte ich trotz ihrer statisch günstigen Wölbung nach oben nicht, sie mit meinem Gespann zu überqueren. Also meine Frau zur Erkundung losgeschickt, während ich mit eingeschalteter Warnblinkanlage den Zorn der Hamburger Autofahrer erdulden musste. Ich konnte sie zwar nicht hören, aber ihre Gesten waren eindeutig. Zurück kam meine Angetraute mit der Information, dass am Steg Drachen lägen. Da die ja auch dorthin gekommen sein müssen, konnte ich mit meinem vergleichsweise kleinen Folke Junior die Überquerung wagen.

Aber halt, das ist einfacher gesagt als getan. Mindestens von der Mittelspur aus muss man in einem Bogen den Engpass ansteuern, sonst fährt man sich unweigerlich am Brückengeländer fest. Da man am Freitagmittag auf der Straße “An der Alster” nicht alleine ist, muss man auch hier taktisch klug vorgehen. Mir eingeschalteter Warnblinkanlage langsam rechts fahren, die bösen Blicke der anderen Verkehrsteilnehmer nicht beachten und bei einer günstigen Ampelschaltung – den Fußgängern sei Dank – nach links ziehen und den Kurs auf die Brücke absetzen.

Steht man nun gerade vor der Brücke und will sie mit der gebotenen Vorsicht überqueren – 2 cm Luft auf jeder Seite – kommen von links und rechts keuchende Jogger und radfahrende Stadtbürger. Natürlich werden sie von einem kriechenden Gespann in ihrem sportlichen Tatendrang und Rythmus gestört und je nach Mentalität hört man sich nun aber zum letzten Mal einige “nette” Worte an.

Und dann ist es geschafft! Man rollt auf den kleinen Platz vor dem Clubhaus und genießt erst einmal verschnaufend den herrlichen Blick auf die Alster, der für Vieles entschädigt. Kranen und Auftakeln ist dann Routine und am Sonnabendmorgen beginnt mit dem Einchecken der Ernst des Regattalebens. Als besondere Geste werden wir mit von der Familie Reincke gestifteten Polo-Shirts mit dem SEASONS END-Logo sehr hübsch eingekleidet.

Dann erlebt man eine weitere Besonderheit der Alstersegelei. Aufgrund ihrer geographischen Verhältnisse lassen sich nur in Ausnahmefällen Dreiecks- oder Up and Down-Kurse segeln. Also bekommt man eine Bahnkarte mit je nach Windrichtung 12 verschiedenen Bahnen. Die zu rundenden Alstertonnen tragen nicht die einfachen Buchstaben A, B oder C, nein, sie haben Nummern und so wohlklingende Namen wie Schwanenwik, Rabenstraße oder Fontenay. Wichtiges Utensil an Bord ist ein Kuli, damit man die bis zu 15 Tonnen “abhaken” kann. Ziel ist stets der Steg beim HSC.

An Sonnabend um 13.00 Uhr ging es dann los. Unsere 15 Boote starteten nach den H-Jollen, Sharpies und Zugvögeln. Besonders erfreulich war die Teilnahme von 5 dänischen Booten, die die weite Anreise bis aus Frederikshavn nicht gescheut hatten. So schmückte eine wahrhaft große Gastflagge den Flaggenmast des HSC.

Der NRV veranstaltete zur gleichen Zeit eine Optimistenregatta, und auch viele Freizeitsegler bevölkerten die Alster bei dem schönen Wetter. Sie war richtig voll und ließ keine Unaufmersamkeit zu. Den Kids in ihren Optis machte es offenbar Spaß, uns ihre Segelfertigkeit zu beweisen. Erst kurz vor uns wendeten sie, und ich erinnere mich an den stolzen Blick eines Knirpses, der sein Manöver mit den Worten: “Geil, was?” kommentierte. Aber alle sind heil über den Kurs gekommen, was für die Fairnis der Teilnehmer spricht. Die Alster zeigte das ganze Wochenende wie so häufig ihr launisches Gesicht. Windlöcher und örtliche Böen wechselten sich genauso ab wie Dreher mit über 20 Grad. So war es nie langweilig. In Führung liegend, konnte man sich unversehens auf einem hinteren Platz wiederfinden und umgekehrt, getreu dem Motto: mal verliert man, und mal gewinnt der andere. Wie es so ist, hatten natürlich immer die anderen die günstigeren Winde erwischt. Die Tonne “Holzdamm” bei der Kennedy-Brücke hat manchmal schon, nervlich bedingt, gesundheitsgefährdende Windverhältnisse.

Um auch den teilweise sehr alten Holzbooten (bis Baujahr 1935(!)) einen fairen Wettkampf zu ermöglichen, starteten wir mit unseren Folke Junioren zwar gemeinsam, gewertet aber wurde getrennt nach den Werkstoffen Holz und GFK. Der Gewinner der Gesamtwertung und des von Rosemarie Mai gestifteten SEASONS END-Pokals wurde über die Yardstickzahlen ermittelt. (Holz: 119, GFK: 123)

Zur Erinnerung an den Konstrukteur des Bootes hatte Kurt Schulze aus Essen eine Zeichnung wunderschön rahmen lassen und als Erik Salander-Wanderpreis für den Drittplatzierten der Holzbootwertung gestiftet.

Nach insgesamt 3 Wettfahrten unter der souveränen Leitung von Claus Dederke standen am Sonntagnachmittag die Preisträger fest. Bei den GFK-Booten siegte die Mannschaft um den dänischen Meister der beiden letzten Jahre Arne Jensen aus Frederikshavn vor der Crew um den früher sehr erfolgreichen FD- und H-Boot-Segler und Alsterfuchs Uwe Koglin vom HSC sowie der Mannschaft aus Horsens um Torben Pedersen. Klasse setzt sich eben auch unter diesen Bedingungen durch. Die Holzbootwertung gewann Thomas Dombrowski mit Wolfgang Warnholtz vor der Vater/Sohn-Mannschaft Kurt und Arend Schulze. Arne Jensen gewann auch das 2. Anrecht auf den SEASONS END-Pokal und der Erik Salander-Preis schmückt für ein Jahr das Heim von Norbert Job.

Fast noch wichtiger als die sportliche Seite war aber das gemeinsame nahezu familiäre Treffen des kleinen Kreises der Folke Junior-Anhänger. Viele Familienmannschaften waren am Start, und so manche Ehefrau und Mutter beobachtete ihren Anhang vom Clubhaus aus. Viele Freunde des kleinen Kielbootes kamen, um die Gemeinschaft kennenzulernen und sich Anregungen für ihr Boot zu holen. Auch der Grillabend am Sonnabend trug sehr zum Zusammgehörigkeitsgefühl bei.

Als letztes Highlight eines herrlichen Wochenendes gab es für jede Mannschaft eine von Rosemarie Mai gestiftete Flasche Rotwein, deren Etikett den jeweiligen Bootsnamen ziert. Eine wirklich sehr nette Geste.

Auch das Kranen der Boote lief trotz der beengten Verhältnisse wieder sehr harmonisch ab. Jeder half klassenübergreifend jedem, und danach ging es in das Hamburger Verkehrsgetümmel. Alle sind gut nach Hause gekommen, und werden SEASONS END 2004 in bester Erinnerung behalten. Die Alster ist eben doch etwas Besonderes.

von Hartwig Sulkiewicz


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Trunte Ry 2004

Ja, Ry ist jetzt auch schon wieder gewesen und damit ist die Saison 2004 nun auch zu Ende. Zumindestens was das Segeln in nördlichen Gefilden angeht. Im Mittelmeer geht die Saison ja noch etwas länger, aber darüber sollte dann vielleicht Jens Kofod berichten.

Meine Saison hat bereits im März mit einem Nordseetörn begonnen. Mit dem Juniorboot ging es erst Karfreitag los. Als wesentliche Veränderung in diesem Jahr habe ich das Segelrevier gewechselt. Bis zum letzten Jahr waren wir ja noch auf der Müritz. Doch hat die Krankheit meines Vaters und Miteigners sowie die doch sehr zeitaufwendige Anreise zur Müritz mit 3 Stunden mich dazu bewogen, Hartwigs (412) Ruf zu folgen und nach Bad Zwischenahn auf das Zwischenahner Meer zu gehen. Unseren ausländischen Freunden sei hiermit verraten, dass der Ausdruck Meer etwas irre führend ist, da der See in den Abmessungen in etwa dem Knudsee in Ry entspricht.

Die Entscheidung das Boot zu verlegen habe ich nicht bereut, zumal auch mein Freund Hannes von der H-Jolle auf das Juniorboot (420) umgestiegen ist und wir somit inzwischen mit drei Booten in Zwischenahn segeln.

Meine Regattasaison hat in Bönnerup begonnen, welche ich mit Erik und Alexander gesegelt bin. Eine echte Herausforderung, da ich bisher mit dem Juniorboot wenig auf See gesegelt bin und Erik zudem auch sehr streng mit mir war. Abends hat er kein Wort mehr mit mir gesprochen. Gewöhnungsbedürftig waren auch die Starts in dem harten Seegang, der wohl auch der Wettfahrtleitung hart zugesetzt hatte. Interessant wie viele Kombinationen von Flaggensignalen und Ankündigungssignalen es geben kann. Als Novum dürfte auch das Übernachten in Erik’s Wohnwagen gelten. Allen, die es nicht glauben wollen, man kann sich tatsächlich lang ausstrecken und braucht nicht in einer embryonalen Stellung die Nacht zu verbringen. Herzlichen Dank noch einmal an Erik an dieser Stelle.

Als nächste Veranstaltung folgte drei Wochen später bereits die DM in Skive. Hartwig und ich haben die Boote gleich in Ry gelassen, da es auf dem Weg lag und um die Boote nicht den weiten Weg hin und her schleppen zu müssen. In Dänemark kann man sein Boot ja tatsächlich noch stehen lassen. Bei uns hätte ich erst mal einkaufen gehen müssen, um die Ausrüstung wieder komplett zu machen.

Über Skive hat Hartwig bereits in der letzten Pust berichtet. Schade ist, dass die DM inzwischen immer schon Donnerstags beginnt. Das ist für die Dänen wahrscheinlich kein Problem, da die schon Ferien haben. Für uns ist immer die halbe Woche weg, da wir schon Mittwochs anreisen müssen. Da ist es schwierig, Vorschoter zu finden. Wir sind dann auch schon am Samstag nach den Rennen nach Hause gefahren, um unseren familiären Verpflichtungen nachzukommen, weshalb wir leider an dem Festessen nicht mehr teilnehmen konnten.

Der DM folgte eine lange Sommerpause in der ich wenig gesegelt bin, da unter anderem der Sommerurlaub mit der Familie anstand. Sehr zu Hartwigs Leidwesen, da ihm in der Zeit doch unsere hart gesegelten Matchs fehlten. Aber das konnten wir ja dann in Hamburg auf der Außenalster nachholen. Wie im letzten Jahr eine tolle Veranstaltung mit einem sagenhaften Ambiente, auch wenn es am Freitag beim Zuwasser lassen der Boote aus allen Löchern schiffte. Die Veranstaltung ging zu ende wie sie begann. Beim Ankuppeln des Hängers goß es wieder eimerweise. Ja, und dann konnte ich doch tatsächlich das erste mal eine Regatta vor Hartwig abschließen. Für mich persönlich in Anbetracht von Hartwigs großem seglerischen Geschick und seiner langjährigen Erfahrung ein gutes Gefühl. Es war übrigens das Wochenende, an dem die dänischen Handballdamen Olympiasieger geworden sind.

Nach Hamburg ist mein Boot bis Ry nicht mehr ins Wasser gegangen. Ihr braucht mich nicht zu bedauern. Ich bin dafür im Mittelmeer gesegelt. Die Umstellung war allerdings hart. Dienstag noch in Palermo bei 27 Grad und Sonne, Samstag dann in Ry bei 12 Grad und Regen. Mein Sonnenschein an Bord waren meine beiden Mädchen Kim (12) und Pia (10), die viel Geduld mit mir hatten. Die ging mir am Samstag bei den lauen Windbedingungen nämlich ab und zu etwas verloren. Aber den anderen Skippern ging es wahrscheinlich auch nicht besser.

Bereits im letzten Jahr bin ich mit Kim und Pia in Ry gesegelt, weil das Revier und die Regatta dafür einfach optimal sind. Angeregt wurde ich bereits 2001 durch Peter aus Silkeborg (410), der ebenfalls mit seinen Kindern segelt. Probiert es einfach mal ohne den sonstigen Ehrgeiz aus. Die zufriedenen Gesichter der Kinder sind mehr als Freude.

Ja, und Ry ist jetzt auch schon wieder gewesen. Die Trunte liegt nun da auf dem Hänger, eine Saison lang hart gesegelt und wartet darauf Winterfest gemacht zu werden. Schade, dass die Saison so kurz war. Der Winter wird lang werden. Am 1. April 2005 dürfen wir in Bad Zwischenahn die Boote wieder zu Wasser lassen. Das ist ein Freitag und wenn kein Schnee liegt, wißt Ihr was ich dann tue.

von Sven (405)


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