Schattenspiele

Schattenspiele

Im Oktober 2005 kaufte ich mein Juniorboot „Beladonna Tuc“  Baujahr 1969 in Skive am Limfjord.

Bevor das Boot im Folgejahr ins Wasser kam, besichtigte der Obermeister der Hamburger Bootsbauinnung das 37 Jahre alte Boot.

Besonders wichtig war mir der Zustand der Kielbolzen. Meister Fuhlendorf, der trotz seines Alters flink durch das gesamte Boot krabbelte, schlug mit einem kleinen Schlosserhammer auf die Bolzen und erkärte, sie seien alle gesund.

Gut – er hat Jahrzehnte lange Erfahrung. Trotzdem trieb mich das Thema immer um.

Nun habt es endlich geklappt:

Eine große Tierarztpraxis erklärte sich bereit, mit ihrem mobilen, digitalen Röntgengerät einmal nicht Pferdebeine sondern ein Boot zu durchleuchten.

Zuvor habe ich das gesamte Totholz von alle Farbschichten befreit, mit Kreide beidseitig die Position der Kielbolzen markiert und sie durchnummeriert.

Die Ärztin kam mit vier Koffern, der Laptop wurde hochgefahren, die Bleischürzen angelegt. Ich bekam eine Platte etwas größer als DIN A4 in die Hand und wurde auf die andere Seite geschickt. Die Position wurde abgestimmt auf mein „bereit“ löste sie die erste Aufnahme aus. Meine Platte mit den Rezeptoren sendete das Bild drahtlos auf den Laptop, wo es sofort zu sehen war. Das war mir wichtig, um nicht unnötig zehn Aufnahmen anzufertigen, auf denen vielleicht nichts erkennbar sein würde.

Die zwei Bilder von den Kielbolzen 4 oben und 5 unten zeigten eine einheitliche Struktur der Bolzen mit etwas Aufhellung an den Rändern mit einer geraden ungestörten Kontur.

Ich schließe daraus, dass die Bolzen keinen Rostbefall haben, da ich davon ausgehe, dass Eisen beim Verrosten sein Volumen vergrößert und dadurch die Außenform des Bolzens verändern würde. Der Zustand anderen Bolzen dürfte nicht viel anders sein.

Nach Abschluss der Winterarbeiten werde ich mit meiner „Beladonna Tuc“ auf dem Heimatrevier Ratzeburger See beruhigt in die neue Saison starten.

 

Einen Kontakt zur Tierarztpraxis darf ich hier leider nicht nennen, weil dieser Job den Tierärzten etwas ausgefallen erscheint und sie in diesem Zusammenhang lieber nicht genannt werden möchten. Das ist auch der Grund, warum ich kein Bild anhänge, auf dem auch die Praxis genannt wird. Aber wer bei den Tierärzten seiner Umgebung nachfragt, wird auch Hilfe finden. Abgerechnet wird pro Bild und Anfahrt. Die Rechnung ist noch nicht da. Es dürfe aber allemal billiger sein, als das Boot unnötig auseinander zu reißen.

 

04.03.2017   Thomas Jönck

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