Motorhalterung

Arne J17Beiträge: 91 Donnerstag, 20. Januar 2005 23:23 h
Hallo,leider werde ich wohl um die n?chste Saison auf der Elbe zu segeln nicht um einen kleinen Au?enborder herumkommen. K?nnt ihr mir vielleicht helfen wie ich das Ding am Schiff fest kriege?? Bilder w?ren mir sehr hilfreich da ich auch nicht wei? welche Halterung sich empfielt.Vielen Dank
Arne

Arne J17Beiträge: 91 Dienstag, 25. Januar 2005 16:49 h
Hallo,ich habe heute von Dietmar Schr?ter eine wirklich sehr gute Anwort erhalten (per Mail), die ich euch nicht vorenthalten will:

‘Dietmar Schröter’ schrieb:
Lieber Arne,
ich benutze diesen Weg zu einer Antwort, weil sie l?nger ausf?llt und Bilder enth?lt. Wie man die in das Forum kriegt, wei? ich nicht. Du kannst gern meine e-mail dort ver?ffentlichen.
Ich habe vor 8 Jahren ein gebrauchtes Holzboot gekauft. Da war ein 2,5 PS Motor am Spiegel an einer selbstgebauten Halterung aus Vierkant-Stahl. Da der Spiegel ja negativ ist, 45 Grad, und die Bedienung des Motors noch erm?glicht werden mu?, sitzt der Motor sehr weit weg. 1. unbequem und unsicher, ich mu?te mich jeweils weit aus dem Cockpit lehnen und durch den “Ausleger” ist es einfach hecklastiger. Mein Schiff liegt in Teufelsbr?ck. Das Revier Elbe kann ziemlich heftig sein. Ca. 3 Knoten Str?mung, Wind, dicke P?tte. Mit dem 2,5er ist man einfach zu langsam. Da ich ?fters noch schnell mal abends rausgehe so bis Blankenese/Schulau, je nach Tide, kanns sein, da? man heim will und dann gegen ablaufend Wasser und Gegenwind f?hrt. Also 5 PS. Ich habe mir einen Evinrude 6DR besorgt. Es ist meines Wissens der einzige, der den Schalthebel an der Vorderseite hat. Da mu? man nicht soweit ?bergreifen. Da der aber viel schwerer war als der 2,5er hing das Schiff hinten noch mehr. Richtige Halterungen f?r das Folke Junior gibt es glaube ich nicht. Ich hatte mit einer Halterung vom Folkeboot gelieb?ugelt. Aber das scheitert alles aus Platzproblemen auf dem Achterschiff. Ich habe mir wie Du siehst, ein Brett zugeschnitten, mit zwei Teakst?cken oben verbreitert und es in den alten L?chern festgeschraubt. Klappt prima, ist billig und der Motor ist in Reichweite ohne sich gro? verrenken zu m?ssen. Ich fahre damit auch bei starkem Wind und gegen z.B. ablaufend Wasser mit 4-5 Knoten bei Halbgas heim. Es gibt noch eine interessante L?sung, die ich auf einer Hansajolle von der Zoselwerft gesehen habe und inzwischen auch auf einem alten Jollenkreuzer: Ein Ausschnitt im Achterdeck. Mache ich vielleicht, weil der Motor dann gute 5-8 cm tiefer kommt. Ich habe leider keinen Langschafter und der kommt manchmal ein bi?chen aus dem Wasser. Besonders, wenn man aus dem Cockpit nach vorn mu?. Ich habe allerdings inzwischen alle Fallen und Schoten ins Cockpit umgelenkt.
Das Problem ist halt auf der Elbe, da? man manchmal ziemlich Wellen abkriegt, durch den Katamaran nach Stade oder Lotsenversetzboote oder sonstigen Schwell. Dabei auf dem tanzenden Vorderschiff zu knien und was machen zu wollen, ist fast unm?glich. Ich fahre aus diesen Gr?nden ?brigens eine Reeling.

Das sind halt alles immer Kompromisse. Am besten ist sicher ein Einbaumotor. Denn alles andere st?rt fatal die sch?ne Linie. Aber da was vern?nftiges zu machen ist einfach zu teuer. Und ich pers?nlich finde z.B. leider auch Elektromotoren f?r das Juniorfolke zumindest auf der Elbe zu teuer oder unhandlich. Es gibt von Kr?utler und auch von Vetus tolle Motoren, die auch stark genug sind, aber der Vetus braucht Wasserk?hlung und beide 24 Volt. Da hat man dann gleich 100 oder 150 kg Batterien dabei. Die normalen 12 Volt Teile von Minn-Kota oder anderen kannst Du sowieso vergessen. Da kommt man weder gegen Wind noch Str?mung an.

Die alte Stahlhalterung habe ich ?brigens noch im Winterlager liegen. Du kannst Sie gern haben. Nat?rlich geschenkt.

Im Teufelsbr?cker Hafen liegt ?brigens ein Pirat. Der Eigner f?hrt immer ohne Motor. Geht auch. Aber er mu?te auch schon mal das Boot in Wedel lassen und es am n?chsten Tag holen. Wenn man sich solche Umst?nde rein zeitlich leisten kann, warum nicht. Auf der anderen Seite halte ich es f?r zu unsicher auf der Elbe ohne Motor zu segeln. Man kommt schnell durch die Berufsschiffahrt in brenzlige Situationen, Du kreuzt, mitten aufm Wasser schl?ft der Wind ein und von weitem tutet schon der Riesencontainer…willste dann paddeln?

Ich finde es gut, da? es neuerdings eine Site gibt. Machst Du die? Ich bin ?brigens bei Hart Sulkiewcz gemeldet, aber irgendwie hat er mich in seinem neuesten Register wohl vergessen. Mu? ihn mal anschreiben.

Na ja, viel Spa? und Erfolg. Das ist ja immer noch die Hauptsache dabei.

Sch?ne Grüße

D. Schröter

Au?erdem hat er mir noch diverse aufschlussreiche Bilder gesandt, die ich in k?rze auch ins Web stellen werde.

Viellen Dank noch einmal für diese ausführliche Schilderung!!


Arne J17Beiträge: 91 Dienstag, 25. Januar 2005 19:04 h
So hier die ersten Bilder aus der Mail:

Arne J17Beiträge: 91 Sonntag, 20. März 2005 19:33 h
Hallo,Kurt Schulze hat bereits vor einigen Wochen einen Brief mit einer Skizze an Hartwig geschickt, wo er seine Lösung der Motorhalterung beschreibt. Diesen Brief habe ich nun abgetippt und gescannt:

‘”Kurt Schulze”‘ schrieb:
Lieber Hartwig,

f?r unsere Folkejunior-Webpage möchte ich zum Thema Motorhalterung nachstehende Alternative anbieten:

An unserem Boot J 33 “Windspiel” fahren wir eine Motorhalterung, die aus beigefügter Zeichnung klar ersichtlich ist und die man leicht selbst herstellen kann.
Der Vorteil liegt in der leichten Montage und einem absolut festen Sitz, ohne dass der Spiegel durchbohrt werden muss.
Ausserdem ragt der Motor nur wenig aus und ver?ndert den Längstrimm so wenig wie möglich.

Kurt Schulze
e-mail: windrose@seissmo.com

Hier die Skizze:

Vielen Dank für diesen Beitrag, Kurt!

Arne J17


Arne J17Beiträge: 91 Donnerstag, 16. Juni 2005 11:55 h
Hallo,beim durchsichten alter Mails habe ich eine Mail von Juergen Mueller gefunden:

‘Juergen Mueller’ schrieb:
Hallo Arne,
ich wollte eigentlich direkt im Forum antworten, hab aber keine Ahnung wie ich ein PDF Dokument anf?gen kann. Bristol Bronze, USA, www.bristolbronze.com bietet die folgenden Luxus-Versionen:

(See attached file: Pages from BBcatalog3.pdf)

Gruss,

Juergen Mueller

Nun denn, hier ist das PDF

Vielen Dank f?r die Mail… nun ist das Dokument (leider etwas verp?tet) endlich im Forum!

Arne


Arne J17Beiträge: 91 Montag, 17. Oktober 2005 12:02 h
Hallo,
ich habe diese Saison eine selbstgebaute Halterung “verheizt” (den Motor konnte ich grade noch retten) und eine recht stabile wieder gebaut mit der ich immernoch zufrieden bin. Wenn Bedarf ist kann ich mich demn?chst mal ransetzen und diese Erfahrungen aufschreiben. M?sst ihr mir nur sagen und mir ein wenig Zeit lassen ;)Gru?
Arne

Permanentlink zu diesem Beitrag: http://www.kdyjunior.de/motorhalterung/

Folke Junior-Mast im Koker

Arne J17Beiträge: 91 Montag, 17. Januar 2005 14:45 h
Hallo,ich möchte hier gleich die technische Diskussion eröffnen mit einer meiner vielen Fragen:
Der Mast meiner Oexe ist nich mehr der neueste und müsste mindestens mal gründlichst überholt werden. Hat irgendwer von euch sich in der letzten Zeit mal einen neuen Mast anfertigen lassen und könnte mir helfen in welchen Preisdimensionen sich das bewegt?

Außerdem interessiert mich sehr die Variante den Mast in einen Koker (“Scharnier” über Deck) zu stellen da dass zu einem das Legen und Stellen erheblich vereinfacht, zum anderen auch die Dichtigkeitsprobleme lösen könnte. Hat jemand von euch so einen Mast und könnte mir da mit Informationen weiterhelfen??
Ich habe einige der Folke Junior auf der Alster mit so einem Mast gesehen.

Ich würde mich freuen wenn mir jmd. dazu helfen könnte.

Arne


HartwigBeiträge: 62 Sonntag, 23. Januar 2005 17:10 h
Hallo Arne,Du hast in der Tat recht. Auf der Alster liegen einige Folke Junioren mit “legbarem” Mast. Dort sollte man sich die Konstruktion ansehen. Man muss das Rad ja nicht immer neu erfinden. So z. B. die “Dorotea” der Familie Reincke. Die Telefonnummer findest Du in der Liste.

HartwigBeiträge: 62 Sonntag, 23. Januar 2005 17:14 h
Hallo Arne,einen neuen Mast hat Jens Schimmelpfennig im letzten Jahr anl?sslich SEASONS END von Arne Jensen gekauft.
Vielleicht rufst Du Jens mal an wegen Preis, Erfahrungen etc.. Du findest ihn in der Liste.
Der Mast war nat?rlich f?rs “Durchstecken” vorgesehen.

Enno PetersBeiträge: 8 Donnerstag, 27. Januar 2005 09:03 h
Moin,mein Junior hatte ein Achterstag und einen Koker (sieht nach Eigenkonstruktion aus). Werde aber weder den Koker, noch das Achtstab beibehalten, wenn die Restaurierung abgeschlossen ist.

Wenn Du willst kannst Du Dir den Koker gern mal ansehen.

Gru?
Enno


Arne J17Beiträge: 91 Donnerstag, 27. Januar 2005 10:51 h
Hallo,

‘Enno’ schrieb:

Moin,

Wenn Du willst kannst Du Dir den Koker gern mal ansehen.

da komme ich gerne drauf zur?ck! Ich werde mich demn?chst mal bei dir melden!

Arne


J-409Beiträge: 1 Montag, 4. April 2005 14:16 h
Hallo Arne, liebe Kameraden,den Mast habe ich im August 2003 in Hamburg an der Alster von Arne Jensen gekauft.
Das war ein gl?cklicher Zufall, der Preis von 350 Euro erschien mir g?nstig, und das Transportproblem war auch gleich gel?st.

Das alles relativierte sich etwas, als ich am vergangenen Wochenende mal schnell die Beschl?ge vom alten auf den neuen Mast umschrauben wollte.
Positiv ist, das der Mast sehr leicht ist (etwa halbso schwer wie der alte !).
Nachteilig ist, da? die alten Beschl?ge nicht mehr passen ! Erstens sind die Mastdurchmesser nicht genau identisch, und ferner ist der neue Mast auch nicht genau kreisrund. Ich fing also an, die Beschl?ge in m?hevoller Kleinarbeit nachzubiegen…
Hinzu kommt, da? das Holz sehr, sehr weich ist, fast wie Balsa. An der Festigkeit von Schrauben in diesem Holz habe ich so meine Zweifel. Meines Erachtens sind an so einem weichen Mast nur Beschl?ge sinnvoll, die den Mast wie eine Schelle vollst?ndig umfassen, also ohne jegliche Bohrung.

Das Ende vom Lied war, da? ich die Beschl?ge wieder demontiert und an den alten Mast zur?ckgeschraubt habe, sehr ?rgerlich.

Also, was soll ich sagen ?

Ich empfehle folgendes:
1. Wenn der alte Mast noch gesund und vor allen Dingen gerade ist, dann w?rde ich auf jeden Fall restaurieren.
Alle Beschl?ge demontieren und alle Schraubenl?cher mit Zahnstochern und (kochfestem) Holzleim verschliessen (der Mast sieht dann aus wie ein Igel, hihi). Die empfindliche Mastspitze mit den beiden (oft verotteten) d?nnen Stegen beidseitig der Fallrolle kann man neu ansch?ften. Das habe ich auch schonmal gemacht, es ist leichter als man denkt. Danach alles komplett schleifen und lackieren, es muss ja nicht immer Klarlack sein. Mein alter Mast z.B. ist wei? lackiert, das sieht sehr gut aus. Keinen 2K-Lack verwenden, der ist zu hart und spr?de. 1K-Lack ist flexibler und macht die Verformungen des Masten besser mit. Ausserdem ist er sp?ter leichter auszubessern. Die Bohrungen f?r die Holzschrauben werden bei der Montage der Beschl?ge neu vorgebohrt. ?berfl?ssige Beschl?ge (z.B. die beliebten Klampen im Mastfu?bereich) entfernen und auch nicht mehr montieren. Arbeitsaufwand etwa drei Tage, und man weiss danach ganz genau, was man hat.

2. Einen neuen Mast w?rde ich in Zukunft nur komplett mit allen Beschl?gen kaufen ! Da die Masten aber alle unterschiedlich lang sind (Form und H?he der Mastschienen auf dem Kiel sind verschieden), m?sste man dem Hersteller den alten Mast daneben legen. Optimal w?re es, man k?nnte das Boot mit dem alten Rigg in eine Werft geben und bek?me es mit einem neuen Rigg zur?ck. Denn in solch einem Falle erneuert man wohl auch gleich alle Stagen und Fallen. Hierf?r w?rde ich mir von Arne Jensen ruhig mal ein Angebot geben lassen, das w?re mal interessant. Man spart wirklich eine Menge Arbeit und Stress. Ich tue mir das jedenfalls nicht mehr an ! Und man k?nnte das ganze mit einem D?nemarkurlaub verbinden (hallo Limfjord !).

Jedoch m?chte ich diese Mail zum Anlass nehmen, um mal das Thema “Aluminium-Mast” ernsthaft zur Diskussion zu stellen ! Argumente f?r den Holzmast, wie sie zum Beispiel bei unserer gro?en, aber wesentlich j?ngeren Schwester (dem Folkeboot) angef?hrt werden, kann ich nicht nachvollziehen. Meiner Meinung nach gibt es nicht einen einzigen Grund, den Holzmast beizubehalten !

Hierbei muss man sich auch mal zur?cklehnen und in aller Ruhe die besondere Historie des Junior-Riggs betrachten: die urspr?ngliche Form des Riggs hatte eine Fock, die in H?he der Saling angriff. Um das Boot weniger luvgierig zu machen, wurde der Punkt nach oben auf die heutige Stelle verschoben, ohne aber den Rest des Riggs anzupassen. Hier wirken aber die Unterwanten nicht mehr dem Zug des Vorstags entgegen und es mussten extra Backstagen eingef?hrt werden.

Was bedeutet das ?
Das bedeutet doch, das seit der Entwicklungszeit des Junior-Riggs (also vom Prototyp-Stadium an !) mit einem Provisorium gesegelt wird ! Nicht zu fassen !

Erst mit der Entwicklung des Folkebootes (mal ehrlich, die Konstrukteure des Folkes sind doch fr?her alle Juniorboot gesegelt, sieht man doch sofort !) wurden die guten Dinge im wesentlichen ?bernommen (Rumpf) und die nicht so guten weiterentwickelt (Rigg). Man m?sste das Rigg des Folkes ja nicht kopieren, aber man kann sich einiges abgucken, denn diese Konstruktion ist wirklich gut.

Ich stelle mir folgendes vor:
– Aluminiummmast und Baum mit unver?nderter Geometrie des Segelplans.
– Mast oberhalb des Vorstags verj?ngt bis zum Topp.
– ein kleines Salingpaar in H?he des Vorstags, leicht nach vorne gepfeilt. Der sich ?ffnende Winkel der heutigen Oberwanten bleibt gleich, daraus ergibt sich die L?nge dieser neuen Salinge.
– auch der obere Befestigungspunkt der Oberwanten bleibt erhalten, er wird der neue Befestigungspunkt der Jumpstage.
– durch die Verwendung von Jumpstagen k?nnte unser “Baby”-Stag entfallen (welches sowieso niemand benutzt).
– aus den heutigen Backstagen werden die (Unter-) Wanten mit unver?nderter Befestigung an Deck.
– die heutigen Unterwanten entfallen
– Stage unver?ndert aus Draht
– Fallen aus Tau (innenlaufend)

zus?tzlich w?re denkbar:
– loses Unterliek, wie viele Bootsklassen es eingef?hrt haben (z.B. Contender, Sprinta Sport usw.). Vorteile: Segel billiger, Baum kann als einfache Rundstange ausgef?hrt werden, keine Nachteile.

Ich besch?ftige mich in unregelm??igen Abst?nden bereits seit l?ngerer Zeit mit diesem Thema. Erste ?berschl?gige Statikberechnungen zeigen keine Probleme. Es k?nnte ein Standard-Aluprofil verwendet werden (dann allerdings mit Keep). Ich werde versuchen, demn?chst eine Zeichnung zu erstellen…

?brigens segelt mein Stegnachbar hier in Berlin sein Junior mit solch einem Rigg. Allerdings hat er noch einen Holzmast und ein Achterstag, also eine Kopie des Folkeriggs mit der Segelgeometrie des Juniorbootes.

Nunja, auf Reaktionen bin ich sehr gespannt.

Auch auf die Gefahr hin, mich bei den Hardlinern unbeliebt gemacht zu haben, verbleibe ich
mit sportlichem Gru?,

Jens
J-409


DietmarBeiträge: 2 Donnerstag, 14. April 2005 14:34 h
Mein Junior hat seit vielen Jahren einen Alumast und-Baum. Ich habe es 1996 so erworben. Das Schiff stammt angeblich von 1964. Ob das Schiff jemals einen Holzmast hatte, ist nicht mehr festellbar. Der Mast hat ein Achterstag mit Hanepot. Um das Achterstag wird man nicht herumkom-men, da nur so die Mastkr?mmung verstellt werden kann. Im Prinzip entspricht der Mast der Wunschbeschreibung von J-409. Der Mast ist von Proctor aus England.7,5 Meter. Oberhalb der Vorstagbefestigung verj?ngt er sich. Ich denke es ist ein 7/8 Rigg, mit einer Saling je zwei Wanten. Ich habe bisher nichts Nachteiliges feststellen k?nnen. Der einzige Nachteil ist wahrscheinlich, da? der Mast nicht regattatauglich ist. Er steht ?brigens an Deck in einem Koker und hat unter Deck eine Mast?tze aus Eiche, die wiederum auf dem Kiel sitzt. ?ber den Koker k?nnte ich mal mit Arne Kontakt aufnehmen. Ich werde mir wahrscheinlich diese Saison noch einen bauen lassen. Holz oder Niro, wei? ich nocht nicht. Es gibt auf Hansejollen Holzkoker zum Nachbauen. Auch eine HD-20 hat sowas. Die Werft Zosel in Darmstadt baut eine Hansajolle nach und hat so einen Holzkoker. Bilder gibts im Internet. Das Problem bei meinem Koker liegt im Drehpunkt des Mastes: Er ist zu niedrig. Beim Mastlegen dr?ckt der Mast regelm??ig gegen das Kaj?tdach. Dadurch mu? man ihn in einer bestimmten H?he halten, bis man die Schraube raus hat. Wackelige Angelegenheit.
Das zum Thema Alu. Holzmast:
Ich habe aus der US-Zeitung “Woodenboat” zwei sch?ne Artikel ?ber den Selbstbau von Masten. Mit Geduld und Spucke ist das wohl m?glich. Im Prinzip sind sie aus Leisten zusammengeklebt (West), die nach dem Abbinden rundgeschliffen werden. Das hohle innere wird z.T. mit gekn?llter Alufolie gef?llt, was als Radarreflektor dient. Oder man kann leicht ein Kabel f?r Topp- oder Ankerlicht verlegen. Wenn jemand son Artikel m?chte: Ich kann ihn scannen und mailen.
Allen eine sch?ne Saison.
D. Schr?ter

Arne J17Beiträge: 91 Donnerstag, 14. April 2005 21:24 h
Hallo,erst einmal vielen Dank f?r eure Antworten…. Nun ja ich habe meinen Mast erstmal notd?rftig wieder hergerichtet. Wie es mit dem Ding weitergeht wei? ich noch nicht. Ich werde da w?hrend der Segelsaison mal recherchieren und mir gerne auch mal ein paar Konstruktionen bzgl. Koker ansehen.

F?r mich steht die Frage Alu-Mast nicht zur Diskussion. Dass die Dinger auf einem “modernen” Junior durchaus praktisch sind seh ich allerdings genauso. Doch irgendwie h?tte ich ein schlechtes gef?hlt bei einem 1936 gebauten Schiff ne Alu-Palme draufzustellen…

Frohe Segelsaison (meine beginnt hoffentlich bald) 🙂
Arne J17


Arne J17Beiträge: 91 Montag, 17. Oktober 2005 11:56 h
Soo… ich habe mein Schiff wieder ausm Wasser und schon stellt sich wieder die Frage der Umbauten.F?r mich ist bereits entschieden, dass der Mast in Koker soll da ich n?chstes Jahr gerne eine Tour auf der Oberelbe segeln m?chte. Nun stehe ich in erster Linie vor der Frage, ob ich meinen alten Mast daf?r Umbaue oder mir einen neuen besorge.

Deswegen vielleicht nochmal die Frage an Jens: Hast du deine Probleme mit dem neuen Mast in den Griff bekommen oder bleibst du nach wie vor bei deinem alten Mast?

Kennst sonst irgendwer Bezugsquellen f?r einen einigerma?en g?nstigen Junior-(Holz-)Mast?

Vielen Dank f?r eure Antworten
Arne


Peter FeisstBeiträge: 8 Mittwoch, 1. Februar 2006 20:02 h
Hallo Arne,ein Koker am Mast w?rde mir auch gut gefallen. Vielleicht sehe ich die Dinge zu einfach, aber ich kann die Notwendigkeit einer Ab?nderung der Wanten oder Stagen beim Einsatz eines Kokers nicht ganz nachvollziehen.

H?tte ich einen zweiten alten Mast w?rde ich folgendes ausprobieren:
Den Mast zwischen Deck und Baumbeschlag durchs?gen und da ein Gelenk mit einem Bolzen hinten und einem vorne einsetzten.
Die untere H?lfte stellt man in’s Boot und verstrebt es unter dem Deck gegen das Deck. Diese Streben m?ssen nur die Belastungen beim Maststellen ertragen. Hat man den Mast aufgestellt (?ber das Vorstag), versteift man das Gelenkt ?ber den vorderen Bolzen und der Mast wird “normal” abgespannt. Der Kraftfluss wird nun wieder wie bei einem normalen Mast in den Mastfu? eingeleitet. Die Verstrebungen der unteren Masth?lfte sind jetzt ?berfl?ssig und k?nnten entfernt werden. Die tempor?re Abst?tzung kann man an den Schrauben der Beschl?ge rund um den Mast am Deck anbinden. Da sind sicher einfache L?sungen m?glich. Ein passendes Gelenk, an dem man den Mast mit H?lsen befestigt kann nicht so kompliziert herzustellen sein. Es muss in geschlossenem Zustand so steif wie der Mast selbst sein, aber das ist technisch m?glich.
Was ist an diesen ?berlegungen falsch ?

Gru?
Peter


Thomas JoenckBeiträge: 24 Mittwoch, 1. Februar 2006 20:37 h
Guten Abend Peter,
alle Schiffe mit einem Klappmast haben die Ansatzpunkte der Wanten so nach oben verl?nger, dass die Wanten beim Legen immer auf Zug bleiben. Da ist gerade bei einem relativ ranken Schiff wie dem Junior dringend n?tig: Wenn Du beim Legen des Mastes dich an Deck bewegst, besteht anderenfalls n?mlich die Gefahr, dass die Drehachse aus dem Mast herausgehebelt wird. Wie eine solche Verl?ngerung der Drehpunkte mit Abf?ngen nach hinten oder vorn auf diesem zierlichen Schiffchen aussieht, m?chte ich mir nicht vorstellen.
Da erscheint es einfacher und gef?lliger, einen soliden Koker aus zwei Backen (Holz oder holzverkleidetes VA) sicher an Deck zu fixieren und den Mastdruck nach dem Setzen ?ber Keile unter dem Mast vom Drehbolzen auf das Deck und eine St?tze unter dem Deck zu ?bertragen.Frohes Konstruieren!
Thomas

Arne J17Beiträge: 91 Donnerstag, 2. Februar 2006 16:59 h
Hallo Jungs,ich habe diesen Winter den Umbau am Schiff bereits vorgenommen. Das stehende Gut werde ich nicht ver?ndern. Ansonsten denke ich einfach beim Mastlegen: Still halten!

Hier ein paar Bilders:

http://oexe.folkejunior.de/koker/DSC00139.JPG

http://oexe.folkejunior.de/koker/DSC00140.JPG

http://oexe.folkejunior.de/koker/DSC00141.JPG

Auf Wunsch kann ich gerne noch weitere Details preisgeben 😉

Lieben Gru?
Arne


Peter FeisstBeiträge: 8 Donnerstag, 2. Februar 2006 22:47 h
Hallo Thomas, hallo Arnestimmt schon, wenn die Wanten den Mast nicht seitlich st?tzen, muss das Gelenk schon was abk?nnen. Das Gelenk muss schon eine hochwertige Ausf?hrung sein. Mit meinem GFK-Junior ist mir da die bebilderte L?sung nicht so einfach m?glich. “Still halten” ist da sicher nicht schlecht.

Zwei Links habe ich noch gefunden. Die L?sung von Compass erspart den Kran und den Koker.
http://www.klappmast.de/
http://www.compass24.de/cgi-bin/abnetshop.pl?basket=fwoqoujhgfugrqqvfwdofmjpxdniqbavxvuhkunvuikti&ARTNR=112540#

Gru?
Peter


Arne J17Beiträge: 91 Freitag, 3. Februar 2006 11:43 h
Hallo Peter,wenn du deinen Mast am Kran stellst musst du letztendlich auch stillhalten. Ich konnte schon miterleben wie jmd sein Topllicht am Kran “abgekr?nkt” hat.
Im Hafen sollte das auch sicherlich kein Problem. Und dass man im Regelfall seinen Mast nicht irgendwo aufm Wasser stellt halte ich f?r vertretbar.
Au?erdem bringt es eine Menge Stabilit?t wenn einer Person den Mast einfach f?hrt.

Ich denke das bauen einer ?hnlichen Konstruktion wie ich sie gebaut habe sollte auch im GFK Junior m?glich sein. Du musst nur entsprechende Flansche an dein Deck laminieren. Halte ich nicht f?r aufwendiger. Wenn du daf?r noch Ideen haben willst kannst k?nnen wir uns gerne nochmal unterhalten.

Ich glaube ?brigens, dass es kein Problem ist in einem Yachthafen zum, rechten Zeitpunkt 3 Leute zusammenzutrommeln. Also zumindest im Hamburger Yachtahfen kann man sich kaum dagegen wehren 🙂

Und wenn du beabsichtigst deinen Mast nur einmal im Fr?hjahr zu stellen und im Herbst wieder zu legen w?rde ich mir gut ?berlegen welche baulichen Ver?nderungen dir das Wert ist. Ich habe meinen Koker gebaut um die M?glichkeit zu haben auch auf der Oberelbe und anderen Binnengew?ssern mit Br?cken zu segeln. Also ?berall dort wo nicht vor jeder Br?cke gro?e Yachth?fen mit Krangeb?hren, 3 Leuten oder nem Kran sind. 😉

Solltest du noch Ideen brauchen kannst du dich gerne an mich wenden, meine Telefonnummer ist ja aus der Eignerliste bekannt.

Viele Gr??e
Arne


Arne J17Beiträge: 91 Donnerstag, 18. Januar 2007 14:41 h
Hallo,ich möchte hier noch mal einen kurzen Erfahrungsbericht über die erste Saison mit dem Koker berichten:
Meine Konstruktion ist so geblieben wie auf den Bildern oben. Ich würde sagen das Ganze hat sich sehr bewährt: Ich habe das Vorstag durch ein Dynema-Tau ersetzt und unten eine 3fach-Talje einegebaut. So muss nurnoch das Babystag gelöst werden und schon kann man den Mast zu zweit problemlos legen. Dafür steht einer auf dem Vorschiff und fiert langsam die Talje und achtet ein bischen auf den Trimm. Der andere steht im Cockpit auf der vorderen Ducht und übernimmt den Mast ab einen Winkel von etwa 45°. Dann ist der Winkel für die Talje zu ungünstig.
Mit dem neuen Mast von Jens Schimmelpfennig ist es überhaupt kein Problem den Mast in einer Hand zu halten und mit der anderen Hand die Baumstütze drunterzustellen.
Mit ein bischen Übung dauert das legen des Mastes so etwa 60 Sekunden. Das stellen funktioniert ähnlich und geht ebenso schnell.

‘Thomas Joenck’ schrieb:

Guten Abend Peter,
alle Schiffe mit einem Klappmast haben die Ansatzpunkte der Wanten so nach oben verl?nger, dass die Wanten beim Legen immer auf Zug bleiben. Da ist gerade bei einem relativ ranken Schiff wie dem Junior dringend n?tig: Wenn Du beim Legen des Mastes dich an Deck bewegst, besteht anderenfalls n?mlich die Gefahr, dass die Drehachse aus dem Mast herausgehebelt wird. Wie eine solche Verl?ngerung der Drehpunkte mit Abf?ngen nach hinten oder vorn auf diesem zierlichen Schiffchen aussieht, m?chte ich mir nicht vorstellen.
Da erscheint es einfacher und gef?lliger, einen soliden Koker aus zwei Backen (Holz oder holzverkleidetes VA) sicher an Deck zu fixieren und den Mastdruck nach dem Setzen ?ber Keile unter dem Mast vom Drehbolzen auf das Deck und eine St?tze unter dem Deck zu ?bertragen.

Frohes Konstruieren!
Thomas

Nach oben verlängerte Püttinge halte ich nicht für notwendig wenn man nicht grade bei Dampferschwell oder mitten auf der Ostsee seinen Mast legen will. Ich habe zum legen des Mastes immer einen Hafen aufgesucht. Das stellen habe ich gelegentlich auf dem Wasser gemacht.

Lediglich wenn man alleine legen und stellen wir wäre es eine Überlegung ob man die Püttinge auf die Drehachse verlängert und einen Jütbaum verwendet. Aber die Tätigkeit an der Talje vorne kann selbst von Kindern ausgeübt werden, von daher sehe ich für mich keine Notwendigkeit.

Alles in Allem bin ich mit der Konstruktion sehr zufrieden und würde sie jederzeit wieder so bauen!

Viele Grüße
Arne

Permanentlink zu diesem Beitrag: http://www.kdyjunior.de/folke-junior-mast-im-koker/

Seasons End 2004 – Ein Regattawochenende auf der Alster

Mit dem Folke Junior “Maltorle” in Hamburgs Zentrum

Für die meisten Segler ist die Alster ein vom Namen her wohlbekanntes, aber nie befahrenes Revier. Anders verhält es sich mit den Anhängern des Folke Juniors. Zum zweiten Mal fand in diesem Jahr am letzten Augustwochenende dort unsere Klassenregatta SEASONS END statt. Im Folgenden soll nun nicht nur in herkömmlicher Weise über eine Regatta berichtet werden, sondern es werden Eindrücke und Erlebnisse wiedergegeben, die dieses besondere Revier mit sich bringt.

Das Erlebnis Alster beginnt schon bei der Anreise. Von Süden anreisend, sollte man auf gar keinen Fall die Standardstrecke Richtung Zentrum über den Hauptbahnhof nehmen. Da man dann in der falschen Richtung kommt, kann man der Gurlittinsel mit dem veranstaltenden HSC nur resigniert zuwinken. Ein Wenden mit dem Trailer auf der Kupplung ist in Hamburgs Zentrum eine nicht zu empfehlende Aufgabe der ganz besonderen Art.

Also Stadtplan raus, und andere Taktik einschlagen. Der Beifahrer übernimmt sie wie der Mittelmann auf der Bahn. Es geht nun Richtung Alster Schwimmhalle über die Sechslingspforte. Dort am Ende angelangt, ein Kurswechsel nach Backbord und an der Steuerbordseite liegt die Alster in ihrer ganzen Schönheit neben einem.

Damit ist man zwar am Ziel, aber noch nicht angekommen. Die Überwindung einer kleinen, engen Brücke steht nun als nächste Aufgabe bevor. Als ich das erste Mal dort anreiste, wagte ich trotz ihrer statisch günstigen Wölbung nach oben nicht, sie mit meinem Gespann zu überqueren. Also meine Frau zur Erkundung losgeschickt, während ich mit eingeschalteter Warnblinkanlage den Zorn der Hamburger Autofahrer erdulden musste. Ich konnte sie zwar nicht hören, aber ihre Gesten waren eindeutig. Zurück kam meine Angetraute mit der Information, dass am Steg Drachen lägen. Da die ja auch dorthin gekommen sein müssen, konnte ich mit meinem vergleichsweise kleinen Folke Junior die Überquerung wagen.

Aber halt, das ist einfacher gesagt als getan. Mindestens von der Mittelspur aus muss man in einem Bogen den Engpass ansteuern, sonst fährt man sich unweigerlich am Brückengeländer fest. Da man am Freitagmittag auf der Straße “An der Alster” nicht alleine ist, muss man auch hier taktisch klug vorgehen. Mir eingeschalteter Warnblinkanlage langsam rechts fahren, die bösen Blicke der anderen Verkehrsteilnehmer nicht beachten und bei einer günstigen Ampelschaltung – den Fußgängern sei Dank – nach links ziehen und den Kurs auf die Brücke absetzen.

Steht man nun gerade vor der Brücke und will sie mit der gebotenen Vorsicht überqueren – 2 cm Luft auf jeder Seite – kommen von links und rechts keuchende Jogger und radfahrende Stadtbürger. Natürlich werden sie von einem kriechenden Gespann in ihrem sportlichen Tatendrang und Rythmus gestört und je nach Mentalität hört man sich nun aber zum letzten Mal einige “nette” Worte an.

Und dann ist es geschafft! Man rollt auf den kleinen Platz vor dem Clubhaus und genießt erst einmal verschnaufend den herrlichen Blick auf die Alster, der für Vieles entschädigt. Kranen und Auftakeln ist dann Routine und am Sonnabendmorgen beginnt mit dem Einchecken der Ernst des Regattalebens. Als besondere Geste werden wir mit von der Familie Reincke gestifteten Polo-Shirts mit dem SEASONS END-Logo sehr hübsch eingekleidet.

Dann erlebt man eine weitere Besonderheit der Alstersegelei. Aufgrund ihrer geographischen Verhältnisse lassen sich nur in Ausnahmefällen Dreiecks- oder Up and Down-Kurse segeln. Also bekommt man eine Bahnkarte mit je nach Windrichtung 12 verschiedenen Bahnen. Die zu rundenden Alstertonnen tragen nicht die einfachen Buchstaben A, B oder C, nein, sie haben Nummern und so wohlklingende Namen wie Schwanenwik, Rabenstraße oder Fontenay. Wichtiges Utensil an Bord ist ein Kuli, damit man die bis zu 15 Tonnen “abhaken” kann. Ziel ist stets der Steg beim HSC.

An Sonnabend um 13.00 Uhr ging es dann los. Unsere 15 Boote starteten nach den H-Jollen, Sharpies und Zugvögeln. Besonders erfreulich war die Teilnahme von 5 dänischen Booten, die die weite Anreise bis aus Frederikshavn nicht gescheut hatten. So schmückte eine wahrhaft große Gastflagge den Flaggenmast des HSC.

Der NRV veranstaltete zur gleichen Zeit eine Optimistenregatta, und auch viele Freizeitsegler bevölkerten die Alster bei dem schönen Wetter. Sie war richtig voll und ließ keine Unaufmersamkeit zu. Den Kids in ihren Optis machte es offenbar Spaß, uns ihre Segelfertigkeit zu beweisen. Erst kurz vor uns wendeten sie, und ich erinnere mich an den stolzen Blick eines Knirpses, der sein Manöver mit den Worten: “Geil, was?” kommentierte. Aber alle sind heil über den Kurs gekommen, was für die Fairnis der Teilnehmer spricht. Die Alster zeigte das ganze Wochenende wie so häufig ihr launisches Gesicht. Windlöcher und örtliche Böen wechselten sich genauso ab wie Dreher mit über 20 Grad. So war es nie langweilig. In Führung liegend, konnte man sich unversehens auf einem hinteren Platz wiederfinden und umgekehrt, getreu dem Motto: mal verliert man, und mal gewinnt der andere. Wie es so ist, hatten natürlich immer die anderen die günstigeren Winde erwischt. Die Tonne “Holzdamm” bei der Kennedy-Brücke hat manchmal schon, nervlich bedingt, gesundheitsgefährdende Windverhältnisse.

Um auch den teilweise sehr alten Holzbooten (bis Baujahr 1935(!)) einen fairen Wettkampf zu ermöglichen, starteten wir mit unseren Folke Junioren zwar gemeinsam, gewertet aber wurde getrennt nach den Werkstoffen Holz und GFK. Der Gewinner der Gesamtwertung und des von Rosemarie Mai gestifteten SEASONS END-Pokals wurde über die Yardstickzahlen ermittelt. (Holz: 119, GFK: 123)

Zur Erinnerung an den Konstrukteur des Bootes hatte Kurt Schulze aus Essen eine Zeichnung wunderschön rahmen lassen und als Erik Salander-Wanderpreis für den Drittplatzierten der Holzbootwertung gestiftet.

Nach insgesamt 3 Wettfahrten unter der souveränen Leitung von Claus Dederke standen am Sonntagnachmittag die Preisträger fest. Bei den GFK-Booten siegte die Mannschaft um den dänischen Meister der beiden letzten Jahre Arne Jensen aus Frederikshavn vor der Crew um den früher sehr erfolgreichen FD- und H-Boot-Segler und Alsterfuchs Uwe Koglin vom HSC sowie der Mannschaft aus Horsens um Torben Pedersen. Klasse setzt sich eben auch unter diesen Bedingungen durch. Die Holzbootwertung gewann Thomas Dombrowski mit Wolfgang Warnholtz vor der Vater/Sohn-Mannschaft Kurt und Arend Schulze. Arne Jensen gewann auch das 2. Anrecht auf den SEASONS END-Pokal und der Erik Salander-Preis schmückt für ein Jahr das Heim von Norbert Job.

Fast noch wichtiger als die sportliche Seite war aber das gemeinsame nahezu familiäre Treffen des kleinen Kreises der Folke Junior-Anhänger. Viele Familienmannschaften waren am Start, und so manche Ehefrau und Mutter beobachtete ihren Anhang vom Clubhaus aus. Viele Freunde des kleinen Kielbootes kamen, um die Gemeinschaft kennenzulernen und sich Anregungen für ihr Boot zu holen. Auch der Grillabend am Sonnabend trug sehr zum Zusammgehörigkeitsgefühl bei.

Als letztes Highlight eines herrlichen Wochenendes gab es für jede Mannschaft eine von Rosemarie Mai gestiftete Flasche Rotwein, deren Etikett den jeweiligen Bootsnamen ziert. Eine wirklich sehr nette Geste.

Auch das Kranen der Boote lief trotz der beengten Verhältnisse wieder sehr harmonisch ab. Jeder half klassenübergreifend jedem, und danach ging es in das Hamburger Verkehrsgetümmel. Alle sind gut nach Hause gekommen, und werden SEASONS END 2004 in bester Erinnerung behalten. Die Alster ist eben doch etwas Besonderes.

von Hartwig Sulkiewicz

Permanentlink zu diesem Beitrag: http://www.kdyjunior.de/seasons-end-2004-ein-regattawochenende-auf-der-alster/

Trunte Ry 2004

Ja, Ry ist jetzt auch schon wieder gewesen und damit ist die Saison 2004 nun auch zu Ende. Zumindestens was das Segeln in nördlichen Gefilden angeht. Im Mittelmeer geht die Saison ja noch etwas länger, aber darüber sollte dann vielleicht Jens Kofod berichten.

Meine Saison hat bereits im März mit einem Nordseetörn begonnen. Mit dem Juniorboot ging es erst Karfreitag los. Als wesentliche Veränderung in diesem Jahr habe ich das Segelrevier gewechselt. Bis zum letzten Jahr waren wir ja noch auf der Müritz. Doch hat die Krankheit meines Vaters und Miteigners sowie die doch sehr zeitaufwendige Anreise zur Müritz mit 3 Stunden mich dazu bewogen, Hartwigs (412) Ruf zu folgen und nach Bad Zwischenahn auf das Zwischenahner Meer zu gehen. Unseren ausländischen Freunden sei hiermit verraten, dass der Ausdruck Meer etwas irre führend ist, da der See in den Abmessungen in etwa dem Knudsee in Ry entspricht.

Die Entscheidung das Boot zu verlegen habe ich nicht bereut, zumal auch mein Freund Hannes von der H-Jolle auf das Juniorboot (420) umgestiegen ist und wir somit inzwischen mit drei Booten in Zwischenahn segeln.

Meine Regattasaison hat in Bönnerup begonnen, welche ich mit Erik und Alexander gesegelt bin. Eine echte Herausforderung, da ich bisher mit dem Juniorboot wenig auf See gesegelt bin und Erik zudem auch sehr streng mit mir war. Abends hat er kein Wort mehr mit mir gesprochen. Gewöhnungsbedürftig waren auch die Starts in dem harten Seegang, der wohl auch der Wettfahrtleitung hart zugesetzt hatte. Interessant wie viele Kombinationen von Flaggensignalen und Ankündigungssignalen es geben kann. Als Novum dürfte auch das Übernachten in Erik’s Wohnwagen gelten. Allen, die es nicht glauben wollen, man kann sich tatsächlich lang ausstrecken und braucht nicht in einer embryonalen Stellung die Nacht zu verbringen. Herzlichen Dank noch einmal an Erik an dieser Stelle.

Als nächste Veranstaltung folgte drei Wochen später bereits die DM in Skive. Hartwig und ich haben die Boote gleich in Ry gelassen, da es auf dem Weg lag und um die Boote nicht den weiten Weg hin und her schleppen zu müssen. In Dänemark kann man sein Boot ja tatsächlich noch stehen lassen. Bei uns hätte ich erst mal einkaufen gehen müssen, um die Ausrüstung wieder komplett zu machen.

Über Skive hat Hartwig bereits in der letzten Pust berichtet. Schade ist, dass die DM inzwischen immer schon Donnerstags beginnt. Das ist für die Dänen wahrscheinlich kein Problem, da die schon Ferien haben. Für uns ist immer die halbe Woche weg, da wir schon Mittwochs anreisen müssen. Da ist es schwierig, Vorschoter zu finden. Wir sind dann auch schon am Samstag nach den Rennen nach Hause gefahren, um unseren familiären Verpflichtungen nachzukommen, weshalb wir leider an dem Festessen nicht mehr teilnehmen konnten.

Der DM folgte eine lange Sommerpause in der ich wenig gesegelt bin, da unter anderem der Sommerurlaub mit der Familie anstand. Sehr zu Hartwigs Leidwesen, da ihm in der Zeit doch unsere hart gesegelten Matchs fehlten. Aber das konnten wir ja dann in Hamburg auf der Außenalster nachholen. Wie im letzten Jahr eine tolle Veranstaltung mit einem sagenhaften Ambiente, auch wenn es am Freitag beim Zuwasser lassen der Boote aus allen Löchern schiffte. Die Veranstaltung ging zu ende wie sie begann. Beim Ankuppeln des Hängers goß es wieder eimerweise. Ja, und dann konnte ich doch tatsächlich das erste mal eine Regatta vor Hartwig abschließen. Für mich persönlich in Anbetracht von Hartwigs großem seglerischen Geschick und seiner langjährigen Erfahrung ein gutes Gefühl. Es war übrigens das Wochenende, an dem die dänischen Handballdamen Olympiasieger geworden sind.

Nach Hamburg ist mein Boot bis Ry nicht mehr ins Wasser gegangen. Ihr braucht mich nicht zu bedauern. Ich bin dafür im Mittelmeer gesegelt. Die Umstellung war allerdings hart. Dienstag noch in Palermo bei 27 Grad und Sonne, Samstag dann in Ry bei 12 Grad und Regen. Mein Sonnenschein an Bord waren meine beiden Mädchen Kim (12) und Pia (10), die viel Geduld mit mir hatten. Die ging mir am Samstag bei den lauen Windbedingungen nämlich ab und zu etwas verloren. Aber den anderen Skippern ging es wahrscheinlich auch nicht besser.

Bereits im letzten Jahr bin ich mit Kim und Pia in Ry gesegelt, weil das Revier und die Regatta dafür einfach optimal sind. Angeregt wurde ich bereits 2001 durch Peter aus Silkeborg (410), der ebenfalls mit seinen Kindern segelt. Probiert es einfach mal ohne den sonstigen Ehrgeiz aus. Die zufriedenen Gesichter der Kinder sind mehr als Freude.

Ja, und Ry ist jetzt auch schon wieder gewesen. Die Trunte liegt nun da auf dem Hänger, eine Saison lang hart gesegelt und wartet darauf Winterfest gemacht zu werden. Schade, dass die Saison so kurz war. Der Winter wird lang werden. Am 1. April 2005 dürfen wir in Bad Zwischenahn die Boote wieder zu Wasser lassen. Das ist ein Freitag und wenn kein Schnee liegt, wißt Ihr was ich dann tue.

von Sven (405)

Permanentlink zu diesem Beitrag: http://www.kdyjunior.de/trunte-ry-2004/